Wohin geht Ihr Meeting-Audio? Eine Datenschutz-Checkliste für KI-Übersetzung
Live-Übersetzung bedeutet, dass Ihr Meeting-Audio den Raum verlässt. Sieben Fragen an jeden Anbieter zu Speicherung, Unterauftragsverarbeitern und Aufzeichnungen — samt Antworten von VoxTranslate.
Live-Übersetzung funktioniert nur, wenn etwas Ihre Sprache verarbeitet — und das heißt, Ihr Meeting-Audio verlässt den Raum. Das ist kein Skandal, sondern die Funktionsweise der Technik. Aber es heißt, dass die folgenden Fragen in die Evaluation gehören und nicht in ein Security-Review sechs Monate nach dem Rollout. Ihre Meetings enthalten unveröffentlichte Roadmap, Kundennamen, Gehaltsgespräche und Preise. Fragen Sie.
1. Wird Roh-Audio gespeichert oder nur verarbeitet?
Zwischen „wir verarbeiten Ihr Audio“ und „wir behalten Ihr Audio“ liegt ein großer Unterschied. Fragen Sie ausdrücklich, ob der Rohstream nach der Transkription irgendwo verbleibt — und wie lange.
VoxTranslate: Sprache wird während des Sprechens zur Transkription und Übersetzung gestreamt und nicht gespeichert. Was bleiben kann, ist Text, nicht Audio.
2. Wer ist noch in der Kette?
Niemand in dieser Kategorie betreibt den gesamten Stack allein: Spracherkennung, Übersetzung und Sprachsynthese sind meist getrennte Anbieter. Fragen Sie nach der namentlichen Liste der Unterauftragsverarbeiter — nicht nach „vertrauenswürdigen Partnern“ — und prüfen Sie sie gegen Ihre AVV-Pflichten.
VoxTranslate: Welcher Anbieter beteiligt ist, hängt von der für die Sitzung gewählten Engine ab — Spracherkennung, Übersetzung und Sprachsynthese sind getrennte Dienste, und auf einer Stufe streamt der Browser das Audio direkt an den Anbieter, ohne unseren Server zu passieren. Die Anbieter und was jeder erhält, sind in der Datenschutzerklärung veröffentlicht.
3. Was passiert mit Transkripten?
Transkripte sind der Teil, der sich tatsächlich ansammelt — ein schriftliches Protokoll von allem Gesagten. Fragen Sie, ob sie standardmäßig gespeichert werden, wer sie lesen darf, ob sie exportierbar sind und ob sie mit dem Konto gelöscht werden.
VoxTranslate: Transkripte werden für Calls gespeichert, an denen ein angemeldeter Nutzer teilnahm, damit Teilnehmende sie prüfen, exportieren (PDF/JSON) und korrigieren können. Calls mit ausschließlich Gästen werden nicht gespeichert. Gespeicherte Transkripte werden mit der Kontolöschung entfernt.
4. Läuft das Video über die Server des Anbieters?
Diese Frage wird leicht übersprungen und lohnt sich, denn Architektur schlägt Policy: Medien, die nie einen Server erreichen, können dort auch nicht gespeichert werden.
VoxTranslate: In Meetings laufen Video und Audio peer-to-peer zwischen Browsern über WebRTC und werden nicht über den Server geleitet oder aufgezeichnet. Ist keine direkte Verbindung möglich, werden Medien verschlüsselt in einer Form weitergeleitet, die das Relay nicht lesen kann. Der Server übernimmt Anmeldung, Signaling, den Speech-to-Text-Stream, Übersetzung und Chat-Relay.
5. Ist Aufzeichnung opt-in — und sehen es die Teilnehmenden?
Fragen Sie, ob Aufzeichnung und Transkriptspeicherung Schalter pro Sitzung oder kontoweite Voreinstellungen sind, und was Teilnehmende sehen, wenn eines aktiv ist. In mehreren Rechtsordnungen ist der Hinweis keine Höflichkeit, sondern Pflicht.
VoxTranslate: Bei Webinaren sind Videoaufzeichnung und Transkripterfassung Optionen pro Sitzung, keine dauerhaft aktiven Voreinstellungen.
6. Lassen sich Daten wirklich löschen?
„Sie können Löschung beantragen“ und „hier ist der Button“ sind zwei verschiedene Produkte. Fragen Sie, was eine Löschung umfasst — Konto, Transkripte, vergangene Sitzungen — und wie lange sie dauert.
VoxTranslate: Mit der Kontolöschung werden Ihre gespeicherten Transkripte und Ihre Beiträge mitgelöscht.
7. Welche Rechtsgrundlage, und wo?
Für EU-Einsätze: fragen Sie, welche Rechtsgrundlage für die Verarbeitung von Meeting-Audio herangezogen wird, wo verarbeitet wird und wie Drittlandtransfers gehandhabt werden. Ein Anbieter, der nicht zügig antworten kann, hat darüber nicht nachgedacht.
VoxTranslate: Die Verarbeitung von Audio für Live-Untertitel und Übersetzung stützt sich auf Vertrag sowie die bei der Registrierung erteilte Einwilligung; Details und Transferposition stehen in der Datenschutzerklärung, nicht in Marketingtexten umschrieben.
Zwei Fragen für Ihre eigene Seite
- Wer in Ihrem Unternehmen darf ein Transkript lesen? Die Antwort des Anbieters ist nur die Hälfte. Ein gespeichertes Transkript eines Vergütungsgesprächs ist ein Dokument, das nun Ihre eigenen Zugriffsregeln abdecken müssen.
- Was soll nicht live übersetzt werden? Legen Sie die Ausnahmen vorher fest — Rechtsverfahren, Incident-Calls, alles unter Embargo — nicht mittendrin.
Hinweis zu KI-Ausgaben
Transkription und Übersetzung sind KI-generiert und können Fehler enthalten; gesprochene Übersetzung ist synthetisiert, keine Aufnahme des Sprechers. Daraus folgt eine oft übersehene Datenschutzimplikation: ein fehlerhaftes Transkript ist trotzdem eine Aufzeichnung und kann falsch zuordnen oder verfälschen, was jemand gesagt hat. Behandeln Sie Transkripte als nützlich, nicht als Beweismittel.